Unser Gesundheitssystem steht vor großen Herausforderungen: Die Ausgaben steigen, Fachkräfte werden knapper und gleichzeitig wächst der Bedarf an medizinischer und pflegerischer Versorgung. Mit dem Beitragssatzstabilisierungsgesetz (BStabG) hat die Politik erste Maßnahmen zur finanziellen Entlastung der gesetzlichen Krankenversicherung auf den Weg gebracht. Das ist ein wichtiger Ausgangspunkt. Doch für ein dauerhaft leistungsfähiges Gesundheitssystem braucht es mehr.
Mit dem Ende der parlamentarischen Sommerpause und dem Wechsel an der Spitze des Bundesgesundheitsministeriums beginnt eine entscheidende Phase. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, notwendige Reformen anzustoßen und die Weichen für die Zukunft zu stellen.
Ein Gesundheitssystem für morgen
Auch nach den Maßnahmen des BStabG bleibt die finanzielle Situation der gesetzlichen Krankenversicherung angespannt. Die Leistungsausgaben wachsen weiter stärker als die Einnahmen. Gleichzeitig stehen wichtige Reformen noch aus, z. B. in der Pflegeversicherung oder bei der Einführung eines Primärversorgungssystems.
Deshalb führt an grundlegenden Veränderungen kein Weg vorbei. Ziel muss ein Gesundheitssystem sein, das finanziell stabil, solidarisch und zugleich leistungsfähig ist. Versicherte sollen auch künftig eine hochwertige Versorgung erhalten – und zwar dann, wenn sie sie benötigen.
Reformen jetzt konsequent angehen
Aus Sicht der gesetzlichen Krankenkassen kommt es dabei vor allem auf folgende Punkte an:
- Finanzierung nachhaltig sichern: Das BStabG ist ein erster Schritt. Die darin vorgesehenen Maßnahmen dürfen nicht nachträglich durch weitere Ausnahmen aufgeweicht werden. Denn zusätzliche finanzielle Belastungen für Leistungserbringende oder die Industrie landen am Ende bei den Beitragszahlenden. Gleichzeitig müssen Bund und Länder ihren finanziellen Verpflichtungen nachkommen – beispielsweise bei den Kosten für Menschen, die Grundsicherung beziehen, und bei den noch offenen Corona-Schulden des Bundes gegenüber der Pflegeversicherung.
- Versorgung besser organisieren: Ein gesetzlich verankertes und interprofessionelles Primärversorgungssystem kann klare Behandlungspfade schaffen und Patientinnen und Patienten besser durch das Gesundheitssystem führen. Auch eine faire und nachhaltige Finanzierung von Arzneimitteln gehört auf die politische Agenda.
- Reformen gemeinsam gestalten: Veränderungen im Gesundheitswesen betreffen uns alle. Deshalb braucht es einen konstruktiven Austausch zwischen Politik, Krankenkassen und Leistungserbringenden. Kritik ist wichtig, doch Blockaden und reine Symboldebatten helfen nicht weiter. Entscheidend sind Lösungen, welche die Versorgung langfristig verbessern.
Die GKV ist bereit, Verantwortung zu übernehmen
Die gesetzlichen Krankenkassen vertreten die Interessen von rund 75 Millionen Versicherten. Sie kennen die Herausforderungen im Gesundheitswesen aus der täglichen Praxis und bringen ihre Erfahrungen gerne in die anstehenden Reformprozesse ein.
Auch die Debeka BKK steht für eine konstruktive Weiterentwicklung unseres Gesundheitssystems: Unser Ziel ist ein Gesundheitssystem, das auch morgen zuverlässig funktioniert. Mit einer hochwertigen Versorgung, stabilen Finanzen und Strukturen, die sich an den Bedürfnissen der Menschen orientieren. Dafür müssen die notwendigen Reformen jetzt auf den Weg gebracht werden.
Unter dem Motto „Ein Tag pro Quartal für eine starke gesetzliche Krankenversicherung (GKV)“ findet alle drei Monate der GKV-Tag statt. Ziel dieses bundesweiten Aktionstages ist es, die Stärken des Solidarsystems zu betonen und der Öffentlichkeit zu zeigen, welche wichtigen Leistungen die gesetzlichen Krankenkassen für ihre Versicherten erbringen.