Vielleicht kennen Sie das Gefühl: Sie sind krank oder haben gesundheitliche Probleme – und wissen nicht genau, an wen Sie sich wenden sollen. Hausarztpraxis, Fachärztin oder Facharzt, Notaufnahme? Fakt ist: Die ambulante Versorgungslandschaft in Deutschland ist komplex, Abläufe oft unklar und Patientinnen und Patienten werden auf ihrem Weg nicht immer ausreichend begleitet.
Am heutigen GKV-Tag steht deshalb das Thema „Primärversorgungssystem statt Primärarztsystem“ im Fokus. Ein Ansatz, der Orientierung schafft, Versorgung gezielter steuert und medizinische Ressourcen sinnvoll einsetzt.
Warum wir neue Strukturen brauchen
In Deutschland nehmen Versicherte im europäischen Vergleich besonders häufig ärztliche Leistungen in Anspruch: durchschnittlich 9,7 Arztkontakte pro Jahr (Quelle: OECD, 2025; Datenbasis 2023). Gleichzeitig warten viele Patientinnen und Patienten lange auf Termine und die Notaufnahmen sind überfüllt.
Die repräsentative GKV-Versichertenbefragung 2025 zeigt: 30 Prozent der Versicherten empfinden Wartezeiten als „zu lang“ oder sogar „viel zu lang“. Gleichzeitig steigt der Behandlungsbedarf, den das verfügbare Sprechstundenangebot kaum abdecken kann. Das Ergebnis: Viele Wege durch das Gesundheitssystem sind unkoordiniert und die Versorgung erfolgt nicht zeitnah oder bedarfsgerecht.
Was bedeutet Primärversorgungssystem?
Ein Primärversorgungssystem setzt auf klare Anlaufstellen und strukturierte Behandlungswege. Es geht nicht darum, den Zugang zu Ärztinnen und Ärzten zu erschweren – sondern darum, ihn besser zu organisieren. Zentrale Elemente sind:
1. Medizinische Ersteinschätzung etablieren
Eine qualifizierte medizinische Ersteinschätzung hilft, die Dringlichkeit von Beschwerden zu bewerten. So wird sichergestellt, dass Patientinnen und Patienten schneller dort ankommen, wo sie bestmöglich versorgt werden.
2. Digitale Lösungen sinnvoll integrieren
Digitale Angebote wie z. B. eine einheitliche Terminplattform oder telemedizinische Leistungen können für Entlastung sorgen. Die medizinische Ersteinschätzung muss dabei nach einheitlichen Kriterien erfolgen – ob digital oder analog.
3. Aufgaben im Team verteilen
Moderne Versorgung ist Teamarbeit. Medizinisches Fachpersonal wie z. B. Pflegefachkräfte oder speziell qualifizierte Assistenzberufe kann stärker eingebunden werden. Das entlastet Ärztinnen und Ärzte und sorgt für eine schnellere und effizientere Behandlung.
4. Krankenkassen stärker einbinden
Krankenkassen können mehr als Kostenträgerinnen sein. Sie können aktiv begleiten, beraten und Orientierung bieten – insbesondere dann, wenn kein unmittelbarer Besuch bei einer Ärztin oder einem Arzt notwendig ist.
Unser Ziel: Gerechter Zugang und bessere Koordination
Wir befürworten ausdrücklich die Einführung eines Primärversorgungssystems. Denn es schafft die Grundlage für einen gerechten Zugang zu Terminen und eine bessere Koordinierung innerhalb der Versorgung. Wer medizinische Hilfe braucht, sollte sich nicht durch unübersichtliche Strukturen kämpfen müssen. Ein Primärversorgungssystem kann helfen, das Gesundheitswesen menschlicher, effizienter und zukunftsfest zu gestalten. Als Debeka BKK setzen wir uns dafür ein – damit Sie eine Versorgung bekommen, die sich an Ihren tatsächlichen Bedürfnissen orientiert.
Unter dem Motto „Ein Tag pro Quartal für eine starke gesetzliche Krankenversicherung (GKV)“ findet alle drei Monate der GKV-Tag statt. Ziel dieses bundesweiten Aktionstages ist es, die Stärken des Solidarsystems zu betonen und der Öffentlichkeit zu zeigen, welche wichtigen Leistungen die gesetzlichen Krankenkassen für ihre Versicherten erbringen.

