Pflegeversicherung

Wir als Ihre Debeka BKK Pflegekasse sind gerne Ihr erster Ansprechpartner bei allen Fragen rund um das Thema Pflegebedürftigkeit. Selbstverständlich sind wir persönlich für Sie da, um Sie individuell zu beraten, denn die zahlreichen Leistungen und Unterstützungsmöglichkeiten sollten jeweils auf Ihren individuellen Bedarf und Ihre persönliche Situation abgestimmt werden.

Mit den allgemeinen Informationen auf unserer Homepage möchten wir Ihnen den Einstieg erleichtern und Ihnen einen ersten Überblick verschaffen:

Pflegebedürftig sind Personen, die gesundheitlich bedingte Beeinträchtigungen der Selbstständigkeit oder der Fähigkeiten aufweisen und deshalb der Hilfe durch andere bedürfen.

Pflegebedürftigkeit im Sinne der Pflegeversicherung liegt vor, sofern eine Person dauerhaft (mindestens 6 Monate) nicht in der Lage ist, alltäglichen Verpflichtungen, Aktivitäten und Aufgaben nachzugehen und deshalb Hilfe benötigt, um diese Defizite auszugleichen. Die Beeinträchtigung kann körperlicher, geistiger oder psychischer Art sein.

Ob und in welchem Schweregrad Pflegebedürftigkeit vorliegt stellt der Medizinische Dienst im Rahmen einer Pflegebegutachtung fest. Der Gutachter des Medizinischen Dienstes (ein Arzt oder eine Pflegefachkraft) wird sich im Rahmen eines Hausbesuchs bzw. einem Besuch im Pflegeheim ein genaues Bild vom individuellen Hilfebedarf des Pflegebedürftigen sowie von dem sozialen Umfeld und der Wohn- / Pflegesituation
verschaffen.

Hinweis / COVID-19-Pandemie:
Zum Schutz des Pflegebedürftigen und zum Schutz der Gutachter vor einer Ansteckung kann abhängig vom
jeweils aktuellen Infektionsgeschehen der COVID-19-Pandemie die übliche persönliche Begutachtung zeitweise entfallen. Die Begutachtung wird dann in der Regel unter Berücksichtigung vorhandener ärztlicher Unterlagen und den Angaben im Pflegeantrag vorgenommen. Zusätzlich wird sich der Gutachter mit dem Pflegebedürftigen und/oder Angehörigen telefonisch in Verbindung setzten um ergänzende Auskünfte einzuholen.

Nach bundeseinheitlich gültigen Richtlinien beurteilt der Gutachter des Medizinischen Dienstes die nachfolgenden sechs Bereiche und führt die einzelnen Ergebnisse in einer Gesamtbewertung zusammen:

  • Mobilität
  • Geistige und kommunikative Fähigkeiten
  • Verhaltensweisen und psychische Problemlagen
  • Selbstversorgung (z. B. Essen, Trinken, Körperpflege)
  • Selbständiger Umgang mit krankheits- oder therapiebedingten Anforderungen und Belastungen
  • Gestaltung des Alltags und soziale Kontakte

Das Pflegegutachten des Medizinischen Dienstes berücksichtigt neben der zeitlichen Dauer des benötigten Hilfebedarfs auch dessen Ausmaß. Aus der Zusammenführung der Teilergebnisse ergibt sich der sogenannte Pflegegrad. Die Ermittlung des Pflegegrades erfolgt nach einem Punktesystem mit unterschiedlicher Gewichtung in den einzelnen Bereichen.

Der individuell festgestellte Pflegegrad gibt an, wie schwer die Pflegebedürftigkeit ist und bestimmt den Umfang der Pflegeleistungen.

Pflegegrad Grad der Selbständigkeit/Definition Punktzahl
1 Geringe Beeinträchtigung der Selbständigkeit 12,5 bis unter 27
2 Erhebliche Beeinträchtigung der Selbständigkeit 27 bis unter 47,5
3 Schwere Beeinträchtigung der Selbständigkeit 47,5 bis unter 70
4 Schwerste Beeinträchtigung der Selbständigkeit 70 bis unter 90
5 Schwerste Beeinträchtigung der Selbständigkeit mit
besonderen Anforderungen an die pflegerische Versorgung
90 bis 100

Liegt die Gesamtpunktzahl unter 12,5 Punkten, dann liegt keine Pflegebedürftigkeit im Sinne der Pflegeversicherung vor.

Wichtig:
Grundsätzlich hat nur derjenige Pflegebedürftige Anspruch auf die Leistungen der Pflegekasse, wenn innerhalb der letzten zehn Jahre vor der Antragstellung mindestens 2 Jahre lang eine Versicherung in der Pflegeversicherung bestanden hat. Versicherte Kinder erfüllen diese sogenannte Vorversicherungszeit auch dann, wenn ein Elternteil diese erfüllt hat.

Leistungen aus der Pflegeversicherung bedürfen der Antragstellung. Ein ärztliches Attest zur Pflegebedürftigkeit ist nicht notwendig. Für den Erstantrag auf Pflegeleistungen nutzen Sie bitte unseren „Antrag auf Leistungen der Pflegeversicherung“. Diesen können Sie direkt hier oder gerne auch telefonisch unter der Rufnummer 0261 94143 - 391 anfordern.

Hilfreiche Informationen rund um das Thema Erstmalige Beantragung von Pflegeleistungen (Procedere und Tipps) finden Sie hier.

Haben Sie ergänzende konkrete Fragen oder benötigen Sie Hilfe bei dem Ausfüllen des Pflegeantrags, dann wenden Sie sich bitte telefonisch an unsere Pflegesachbearbeiterinnen und Pflegesachbearbeiter unter der Rufnummer 0261 94143 - 391. Wir beraten Sie gerne!

Leistungsübersicht für Pflegebedürftige

  • Pflegegeld für selbst organisierte Pflege
  • Pflegesachleistungen durch einen Leistungserbringer
  • Kombination von Pflegegeld und Pflegesachleistungen
  • Verhinderungspflege
  • Kurzzeitpflege
  • Entlastungsbetrag
  • Pflegehilfsmittel
  • Wohnumfeldverbessernde Maßnahmen
  • Teilstationäre Versorgung in Tages- oder Nachtpflege
  • Vollstationäre Pflege

Wer die Grundpflege und hauswirtschaftliche Versorgung selbst organisiert, z. B. durch einen Familienangehörigen, kann dafür Pflegegeld beantragen.

Die Höhe des Pflegegeldes ist abhängig vom sogenannten Pflegegrad.

Pflegegrad Monatliches Pflegegeld Beratungseinsatz
1 0 EUR halbjährlich
2 316 EUR halbjährlich
3 545 EUR halbjährlich
4 728 EUR vierteljährlich
5 901 EUR vierteljährlich

Damit evtl. Pflegefehler rechtzeitig erkannt oder im Idealfall vermieden werden, ist die Inanspruchnahme einer regelmäßigen Beratung z. B. durch einen Pflegedienst zwingend vorgeschrieben. Die Anzahl der sogenannten Beratungseinsätze ist abhängig vom Pflegegrad. Die Kosten für die gesetzlich vorgeschriebene Pflegeberatung werden selbstverständlich von uns übernommen.

Hinweis: Unter bestimmten Voraussetzungen ist das Pflegegeld von uns zu kürzen. Dies ist zum Beispiel der Fall:

  • wenn der Pflegegeldanspruch nicht für einen ganzen Kalendermonat besteht
  • bei der Inanspruchnahme von Kurzzeit- oder der tageweisen Verhinderungspflege
  • bei einem längeren Krankenhausaufenthalt
  • bei einer längeren stationären Rehabilitationsmaßnahme
  • bei einem Auslandsaufenthalt über 6 Wochen / ausgenommen sind die Länder der Europäischen Union, sowie die Länder des Europäischen Wirtschaftsraums (Norwegen, Island, Liechtenstein) und die Schweiz

Bei konkreten Fragen wenden Sie sich bitte telefonisch an unsere Pflegesachbearbeiterinnen und Pflegesachbearbeiter unter der Rufnummer 0261 94143 - 391. Wir beraten Sie gerne!

Kann die häusliche Pflege z. B. durch Angehörige nicht übernommen werden, dann beteiligt sich die Debeka BKK Pflegekasse an den Kosten der sogenannten Pflegesachleistungen. Unter Pflegesachleistungen versteht man in der Pflegeversicherung die Dienstleistungen die von Mitarbeitern eines ambulanten Pflegedienstes erbracht werden. Pflegebedürftige der Pflegegrade 2 bis 5 können somit körperbezogene Pflegemaßnahmen und pflegerische Betreuungsmaßnahmen, sowie Hilfen bei der Haushaltsführung durch einen Pflegedienst in Anspruch nehmen.

Beispiele für Pflegesachleistungen:

  • Hilfe beim Duschen, Baden, der Mund-/Zahnpflege oder beim Kämmen und Rasieren
  • Hilfe beim An- und Auskleiden
  • Hilfe bei der Darm- und Blasenentleerung
  • Hilfe beim Einkaufen der Gegenstände des täglichen Bedarfs oder Unterstützung bei behördlichen Angelegenheiten
  • Zubereitung der Mahlzeiten, Spülen, Reinigen und Aufräumen der Wohnung
  • Hilfe bei der Nahrungsaufnahme

Die Debeka BKK Pflegekasse beteiligt sich abhängig vom zuerkannten Pflegegrad an den Kosten der Pflegesachleistungen bis zu den nachfolgenden monatlichen Höchstbeträgen, wenn die Pflegesachleistungen von einem Vertragspartner der Pflegekasse erbracht werden:

*auch in Teilmonaten besteht der volle Leistungsanspruch
Pflegegrad Monatliches Pflegesachleistung* bis zu
2 724 EUR
3 1.363 EUR
4 1.693 EUR
5 2.095 EUR

Tipp: Wird Ihr persönlicher Sachleistungshöchstbetrag nicht voll ausgeschöpft, dann könnte für Sie die Kombination von Pflegegeld und Sachleistungen interessant sein. Nähere Informationen erfahren Sie gleich hier.

Bei konkreten Fragen wenden Sie sich bitte telefonisch an unsere Pflegesachbearbeiterinnen und Pflegesachbearbeiter unter der Rufnummer 0261 94143 - 391. Wir beraten Sie gerne!

Wird neben der ambulanten Pflege durch Angehörige ein Pflegedienst an den Pflegeleistungen beteiligt, dann können Pflegegeld und Pflegesachleistungen ganz einfach miteinander kombiniert werden. Die Anrechnung erfolgt prozentual.

Beispiel: Ein Pflegebedürftiger des Pflegegrades 2 hat im Januar 2022 Sachleistungen im Wert von 320,00 EUR in Anspruch genommen. Dies entspricht 44,20 % (kaufmännisch gerundet auf zwei Stellen nach dem Komma) des ihm zustehenden Höchstbetrags von 724,00 EUR.

Vom Pflegegeld in Höhe von 316,00 EUR stehen ihm somit noch 55,80 %, also 176,33 EUR zu.

Ergebnis: Die Rechnung des Pflegedienstes in Höhe von 320,00 EUR wird von uns vollständig übernommen. Zusätzlich zahlen wird ein anteiliges Pflegegeld in Höhe von 176,33 EUR an den Pflegebedürftigen aus.

Vorteil: Sie als Angehörige werden durch den Pflegedienst teilweise entlastet oder Sie können die Pflegeleistungen an die Mitarbeiter des Pflegedienstes übertragen, die Ihnen nicht liegen oder die Sie überfordern. So kann es für Sie zum Beispiel von Vorteil sein, wenn die Körperpflege des Pflegebedürftigen durch die Mitarbeiter eines Pflegedienstes übernommen wird.

Für konkrete Fragen wenden Sie sich bitte telefonisch an unsere Pflegesachbearbeiterinnen und Pflegesachbearbeiter unter der Rufnummer 0261 94143 - 391. Wir beraten Sie gerne!

Ist Ihre private Pflegeperson vorübergehend an der Pflege gehindert, zum Beispiel durch Urlaub oder Krankheit, dann übernehmen wir die nachgewiesenen Kosten für eine notwendige Ersatzpflege unter den nachfolgenden Voraussetzungen:

  • die Leistungen der Verhinderungspflege stehen Pflegebedürftigen der Pflegegrade 2 bis 5 zu
  • der Leistungsanspruch besteht erstmals nach einer mindestens 6-monatigen Pflege im häuslichen Bereich
  • die Ersatzpflege wird zum Beispiel durch einen ambulanten Pflegedienst, durch Einzelpflegekräfte oder durch nahe Angehörige erbracht.

Selbstverständlich steht Ihnen auch die Option der vorübergehenden Betreuung in einer besonderen Einrichtung, zum Beispiel einem Wohnheim für pflegebedürftige / für behinderte Menschen, zu.

Leistungsumfang der Verhinderungspflege:

  • die Kosten für die notwendige Ersatzpflege erstatten wir Ihnen pro Kalenderjahr für längstens bis zu 6 Wochen (42 Tage) und bis zu einem Höchstbetrag von 1.612,00 EUR
  • wird die Ersatzpflege durch nahe Angehörige bis zum 2. Grad oder durch Personen erbracht die mit dem Pflegebedürftigen in einem gemeinsamen Haushalt leben, dann ist die Kostenerstattung grundsätzlich auf den 1,5 fachen Betrag des festgesetzten Pflegegeldes Ihres Pflegegrades begrenzt.
    Tipp: Zusätzlich übernehmen wir darüber hinaus nachgewiesene Aufwendungen, die der Pflegeperson im Zusammenhang mit der Ersatzpflege entstanden sind, zum Beispiel notwendige Fahrkosten und / oder einen Verdienstausfall. Insgesamt dürfen die Aufwendungen der Pflegekasse den Betrag von 1.612,00 EUR jedoch nicht übersteigen.
  • zusätzlich zahlen wir Ihnen während der Ersatzpflege das Pflegegeld für bis zu 6 Wochen pro Kalenderjahr zur Hälfte weiter (= Hälftiges Pflegegeld).
    Beispiel: Für die Pflege im häuslichen Bereich besteht ein Anspruch auf Pflegegeld für Pflegegrad 4 in Höhe von 728,00 EUR monatlich. Die Pflegeperson erkrankt an 15 Tagen. Es besteht ein Anspruch auf Verhinderungspflege. Für den erstenund den letzten Tag der Ersatzpflege wird das volle Pflegegeld gezahlt (2/30 von 728,00 EUR = 48,53  EUR). An den übrigen 13 Tagen zahlen wir zusätzlich noch ein hälftiges Pflegegeld in Höhe von 157,73 EUR (50 Prozent von 728,00 EUR = 364,00 EUR x 13 : 30). Im Anschluss besteht der Anspruch in der gewohnten Höhe fort.
  • auch für eine stundenweise Verhinderung der Pflegeperson an bis zu 8 Stunden am Tag, zum Beispiel zur Wahrnehmung eines Arzttermins, besteht grds. ein Anspruch auf Verhinderungspflege.

Hinweis: Der Betrag der Verhinderungspflege kann um bis zu 806,00 EUR aus noch nicht in Anspruch genommenen Mitteln der Kurzzeitpflege auf insgesamt 2.418,00 EUR im Kalenderjahr erhöht werden.

Unseren Antrag auf Verhinderungspflege und unser Abrechnungsformular für die Verhinderungspflege finden Sie gleich hier zum Download. Gerne senden wir Ihnen den Antrag oder das Abrechnungsformular auch per Post zu – ein Anruf unter 0261 94143 - 391 genügt!

Für konkrete Fragen wenden Sie sich bitte telefonisch an unsere Pflegesachbearbeiterinnen und Pflegesachbearbeiter unter der Rufnummer 0261 94143 - 391. Wir beraten Sie gerne!

Für den Fall, dass Sie für eine kurze Zeit eine vollstationäre Pflege benötigen, stehen Ihnen die Leistungen der Kurzzeitpflege zur Verfügung.

Dies kann zum Beispiel der Fall sein,

  • wenn Ihre selbst beschaffte Pflegeperson ausfällt
  • zur Überbrückung nach einer stationären Behandlung
  • wenn die häusliche Pflege noch nicht abschließend geregelt werden konnte
  • bei einer kurzfristigen Verschlimmerung Ihrer Pflegebedürftigkeit

Leistungsumfang der Kurzzeitpflege:

  • die Kosten für pflegebedingte Aufwendungen inklusive medizinischer Behandlungspflege und Betreuung werden bei Pflegegrad 2 bis 5 für längstens bis zu 8 Wochen und bis zu einem Höchstbetrag von 1.774,00 EUR pro Kalenderjahr übernommen
  • Kosten für die Unterkunft, die Verpflegung und auch für die sogenannten Investitionskosten der Einrichtung können von uns nicht übernommen werden. Diese Aufwendungen sind vom Versicherten zu tragen.
    Tipp: Verschaffen Sie sich bei Bedarf mehr finanziellen Spielraum, indem Sie den Entlastungsbetrag für die oben genannten Eigenanteile der Kurzzeitpflege einsetzen. verwenden.
  • der Leistungsanspruch besteht grundsätzlich nur dann, wenn es sich um eine anerkannte Pflegeeinrichtung handelt. Das bedeutet, dass die betreffende Einrichtung der Kurzzeitpflege von der Pflegekasse zugelassen sein muss.
  • zusätzlich zahlen wir Ihnen die Hälfte des vor dem Beginn der Kurzzeitpflege bereits bezogenen Pflegegeldes für bis zu 8 Wochen je Kalenderjahr weiter
    Tipp: Sollte der Höchstbetrag von 1.774,00 EUR nicht ausreichen, dann kann das Budget für die Kurzzeitpflege um den ggf. noch nicht ausgeschöpften Leistungsbetrag der Verhinderungspflege aufgestockt werden. Bei einer flexiblen Kombination von Kurzzeit- und Verhinderungspflege steht Ihnen somit ein maximaler Höchstbetrag von bis zu 3.386,00 EUR zur Verfügung.

Unseren Antrag auf Kurzzeitpflege finden Sie gleich hier zum Download. Gerne senden wir Ihnen den Antrag auch per Post zu – ein Anruf unter 0261 94143 - 391 genügt!

Für konkrete Fragen wenden Sie sich bitte telefonisch an unsere Pflegesachbearbeiterinnen und Pflegesachbearbeiter unter der Rufnummer 0261 94143 - 391. Wir beraten Sie gerne!

Der Entlastungsbetrag ergänzt die ambulanten und teilstationären Pflegeleistungen und kann von allen Pflegebedürftigen, die zu Hause gepflegt werden, in Anspruch genommen werden.

Der zweckgebundene Entlastungsbetrag beträgt 125,00 EUR pro Monat und kann eingesetzt werden:

  • für die Eigenanteile die in einer Einrichtung der Tages- oder Nachtpflege oder in einer Einrichtung der Kurzzeitpflege entstehen (z. B. zur Abgeltung der Kosten für Unterkunft und Verpflegung)
  • bei der Inanspruchnahme von anerkannten Angeboten zur Unterstützung im Alltag

Zu den Angeboten zur Unterstützung im Alltag zählen beispielsweise die Unterstützung bei Hobby und Spiel (z. B. Musik hören, Zeitung lesen, Gesellschaftsspiele spielen etc.), die Unterstützung bei Spaziergängen in der näheren Umgebung, die Begleitung zum Gottesdienst oder die Ermöglichung des Besuchs von Freunden und Verwandten.

Gerne können Sie mit unseren Pflegesachbearbeiterinnen und Pflegesachbearbeitern gemeinsam erörtern, wie der Einsatz des Entlastungsbetrags in Ihrer Situation am besten erfolgen kann. Alternativ steht Ihnen auch im Rahmen der Pflegeberatung unser Partner spectrumK mit seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Montag bis Sonntag rund um die Uhr kostenfrei unter der Rufnummer 0800 - 7237267 beratend zur Seite. Nähere Informationen zum Thema Pflegeberatung finden Sie gleich hier.

Tipp: Beträge, die im laufenden Monat nicht verbraucht werden, übertragen wir ganz einfach für Sie in die Folgemonate des laufenden Kalenderjahres. Sollte der jeweilige Leistungsbetrag auch in einem Kalenderjahr nicht ausgeschöpft werden, dann kann der offene Betrag in das darauf folgende Kalenderhalbjahr übertragen werden. Stichtag ist der 30. Juni eines Jahres.

Für konkrete Fragen wenden Sie sich bitte telefonisch an unsere Pflegesachbearbeiterinnen und Pflegesachbearbeiter unter der Rufnummer 0261 94143 - 391. Wir beraten Sie gerne!

Pflegehilfsmittel unterstützen Sie und Ihre Angehörigen im Alltag und helfen Beschwerden zu lindern oder eine selbständige Lebensführung zu ermöglichen.

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen technischen Pflegehilfsmitteln, wie zu Beispiel einem Pflegebett oder einem Hausnotrufsystem und den  zum Verbrauch bestimmten Pflegehilfsmitteln, wie zum Beispiel Einmalhandschuhe, Mundschutz oder saugende Bettschutzeinlagen. 

Wie erhalten Sie die notwendigen technischen Pflegehilfsmittel?

Bereits im Rahmen der Erstbegutachtung prüft der Medizinische Dienst den eventuellen Bedarf an Pflegehilfsmitteln und nimmt eine entsprechende Empfehlung im Gutachten auf. In Abstimmung mit Ihnen oder Ihren Angehörigen greifen wir die Empfehlung des Medizinischen Dienstes auf und veranlassen die weiteren Schritte für eine notwendige Erstversorgung mit Pflegehilfsmitteln.

Kommt der Medizinische Dienst im Rahmen einer Folgebegutachtung oder Ihre Pflegefachkraft im Rahmen des regelmäßig durchzuführenden Beratungseinsatzes zu dem Schluss, dass weitere Pflegehilfsmittel benötigt werden, dann kann diese Empfehlung ganz einfach über das Pflegegutachten bzw. den Beratungseinsatzbericht an uns weitergeleitet werden. Im Anschluss veranlassen wir in Abstimmung mit Ihnen oder Ihren Angehörigen die Schritte für die ergänzende Versorgung mit den notwendigen Pflegehilfsmitteln.

Tipp: Nutzen Sie die Chance um den individuellen Bedarf zu ermitteln und die für Sie geeignete Lösung zu finden, indem Sie die Mitarbeiter des Medizinischen Dienstes im Rahmen der Pflegebegutachtung bzw. Ihre Pflegefachkraft während des Beratungseinsatzes gezielt ansprechen.

Hinweis: Pflegehilfsmittel können ohne Rezept beantragt werden. Für den Fall, dass Ihre Ärztin / Ihr Arzt ein Pflegehilfsmittel verordnet hat, wenden Sie sich zur Antragsstellung bitte mit dem Rezept direkt an einen Vertragspartner der Debeka BKK. Welchen unserer Vertragspartner Sie auch wählen, Sie sind immer gut versorgt. Sollten Sie Fragen zu unseren Vertragspartnern haben, dann wenden Sie sich bitte telefonisch an unsere Hilfsmittel-Experten unter der Rufnummer 0261 94143 - 392. Wir beraten Sie gerne.

Die technischen Pflegehilfsmittel werden Ihnen vorrangig leihweise überlassen.

Die Kosten für eine notwendige Versorgung mit technischen Pflegehilfsmitteln werden von uns inklusive der Kosten für eine  individuelle Anpassung, Instandsetzung oder Ersatzbeschaffung vollständig übernommen. Pflegebedürftige, die das 18. Lebensjahr vollendet haben, zahlen den gesetzlichen Eigenanteil in Höhe von 10 % - begrenzt auf 25 EUR pro Pflegehilfsmittel.

Wie erhalten Sie die notwendigen zum Verbrauch bestimmten Pflegehilfsmittel?

Die Kostenübernahme für die zum Verbrauch bestimmten Pflegehilfsmittel können Sie hier ganz einfach beantragen. Und so geht es:

  • Formular zur Kostenübernahme hier  downloaden oder per Telefon anfordern unter 0261 94143 - 391
  • den Antrag vollständig ausfüllen, unterschreiben und zur Prüfung / Genehmigung einreichen
  • eine ärztliche Verordnung oder ein Rezept sind nicht notwendig
  • nach Erhalt der Genehmigung können Sie die zum Verbrauch bestimmten Pflegehilfsmittel über eine Apotheke oder ein Sanitätshaus beziehen
  • legen Sie dazu einfach unser Bewilligungsschreiben in der Apotheke bzw. dem Sanitätshaus vor – die Apotheke bzw. das Sanitätshaus kann die Kosten bis zum monatlichen Höchstbetrag von 40,00 EUR direkt mit uns abrechnen  

Vorteil: der Antrag muss in der Regel nur einmal bei uns gestellt werden – die Bewilligung gilt auch für die Folgemonate weiter

Hinweis: die Zusammenstellung der Hilfsmittel erfolgt nach Ihren individuellen Bedürfnissen und kann bei Bedarf ganz einfach durch Sie angepasst werden

Achtung: für selbst beschaffte Pflegehilfsmittel ist eine nachträgliche Kostenerstattung durch uns nicht möglich

Für konkrete Fragen rund um das Thema technische Pflegehilfsmittel wenden Sie sich bitte telefonisch an unsere Hilfsmittel-Experten unter der Rufnummer 0261 94143 - 392. Konkrete Fragen zu einem Hausnotrufsystem oder zu den zum Verbrach bestimmten Pflegehilfsmitteln beantworten Ihnen gerne unsere Pflegesachbearbeiterinnen und Pflegesachbearbeiter unter der Rufnummer 0261 94143 - 391.

Altersbedingte oder krankheitsbedingte Einschränkungen können sich auf die Anforderungen an die eigene Wohnsituation auswirken. Zu viele Treppenstufen, schmale Türen oder der Einstieg in die Dusche bzw. Badewanne können die Pflege zu Hause erschweren oder zu einer Gefahr für Sie als Pflegebedürftige / Pflegebedürftigen werden.

Durch kleinere Anpassungen oder einen größeren Umbau lässt sich das eigene Wohnumfeld oftmals in eine pflegegerechte Wohnung verwandeln. Viele Optionen sind denkbar, wie zum Beispiel:

  • eine rollstuhlgerechte Türverbreiterung
  • die Anbringung eines beidseitigen Geländers im Treppenhaus oder die Installation eines Treppenlifts
  • die Anbringung von Haltegriffen in der Dusche und an der Toilette
  • ein barrierefreier Umbau im Badezimmer (Einbau einer barrierefreien Dusche, rollstuhlgerechte Anpassung der Höhe des Waschtisches, Einbau einer Badewanneneinstiegshilfe…)
  • ein barrierefreier Umbau der Küche (Höhenanpassung der Küchengeräte wie zum Beispiel Herd, Kühlschrank, Spüle, Arbeitsplatte…)
  • festinstallierte Rampen
  • Verlegung eines rutschfesten und pflegeleichten Bodenbelags

Wir unterstützen Sie bei notwendigen Wohnraumanpassungen mit bis zu 4.000 EUR pro Maßnahme.

Tipp: Egal welche Veränderung Sie planen, nehmen Sie unsere Beratung vor dem Beginn evtl. Maßnahmen in Anspruch. Denn Mehrkosten, die durch eine besondere und pflegerisch nicht notwendige Anpassung des Wohnumfeldes ergeben, können von uns nicht übernommen werden. Um sicher sein zu können, dass Sie alle Kosten bis zu einem Höchstbetrag von 4.000 EUR pro Maßnahme erstattet bekommen, empfehlen wir Ihnen die Kostenübernahme vor dem Beginn der Umbauarbeiten zu beantragen und die Genehmigung abzuwarten.

Unseren Antrag auf Kostenübernahme für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen finden Sie gleich hier zum Download. Gerne senden wir Ihnen den Antrag auch per Post zu – ein Anruf unter 0261 94143 - 391 genügt!

Hinweis: Als Mieter empfehlen wir Ihnen den Kontakt mit dem Eigentümer zu suchen und die Zustimmung zu ggf. baulichen Veränderungen einzuholen.

Wird ein Pflegebedürftiger zeitweise tags und/oder nachts in einer Pflegeeinrichtung betreut, spricht man von einer teilstationären Versorgung im Sinne der Tages- oder Nachtpflege.

Mit dieser Option können pflegende Angehörige gezielt unterstützt werden, damit sie Familie, Pflege und ggf. Beruf im Pflegealltag besser miteinander vereinbaren können. Die Tagespflege wird in der Regel von Pflegebedürftigen in Anspruch genommen, deren pflegende Angehörige tagsüber berufstätig sind. Die Pflegebedürftigen werden meist morgens abgeholt und nachmittags wieder nach Hause gebracht. Auch dann, wenn der Pflegebedürftige rund um die Uhr Pflege benötigt, z. B. bei einer fortgeschrittenen Demenzerkrankung, kann eine teilstationäre Unterbringung in der Tages- oder Nachtpflege dem pflegenden Angehörigen eine Erholungsphase bieten.

Leistungsumfang der Tages- und Nachtpflege:

  • die Kosten für pflegebedingte Aufwendungen inklusive medizinischer Behandlungspflege und der sozialen Betreuung werden bei Pflegegrad 2 bis 5 in der nachfolgenden Höhe übernommen:
Pflegegrad Monatliches Leistungen bis zu
2 689 EUR
3 1.298 EUR
4 1.612 EUR
5 1.995 EUR
  • Kosten für die Unterkunft, die Verpflegung und auch für die sogenannten Investitionskosten der Einrichtung können von uns nicht übernommen werden. Diese Aufwendungen sind vom Versicherten zu tragen.
    Tipp: Verschaffen Sie sich bei Bedarf mehr finanziellen Spielraum, indem Sie den Entlastungsbetrag für die oben genannten Eigenanteile der Tages- und Nachtpflege einsetzen.
  • der Leistungsanspruch besteht grundsätzlich nur dann, wenn es sich um eine anerkannte Pflegeeinrichtung handelt. Das bedeutet, dass die betreffende Einrichtung für die Tages- und Nachtpflege von der Pflegekasse zugelassen sein muss.

Tipp: Die Leistungen der Tages- und Nachtpflege stehen Ihnen ergänzend zu dem Anspruch auf Pflegegeld / Pflegesachleistung und ohne eine gegenseitige Aufrechnung zur Verfügung.

Für konkrete Fragen wenden Sie sich bitte telefonisch an unsere Pflegesachbearbeiterinnen und Pflegesachbearbeiter unter der Rufnummer 0261 94143 - 391. Wir beraten Sie gerne!

Sofern eine häusliche oder teilstationäre Pflege nicht oder nicht mehr möglich oder zielführend ist, steht Ihnen mit der vollstationäre Pflege, sprich der Betreuung und Versorgung rund um die Uhr in einem Pflegeheim, eine alternative Option zur Verfügung.

Ein Pflegeheim oder eine stationäre Pflegeeinrichtungen bieten den Bewohnern unter anderem eine ganztägige individuelle Betreuung durch Pflegefachkräfte, eine medizinische Versorgung vor Ort, schnelle Hilfe im Notfall, eine geregelte Tagesstruktur sowie soziale Kontakte bei verschiedentlichen Freizeitangeboten.

Leistungsumfang der vollstationären Pflege / Versorgung:

  • die Kosten für pflegebedingte Aufwendungen inklusive medizinischer Behandlungspflege und der sozialen Betreuung werden bei Pflegegrad 2 bis 5 in der nachfolgenden Höhe übernommen:
Pflegegrad Monatliches Leistungen bis zu
2 770 EUR
3 1.262 EUR
4 1.775 EUR
5 2.005 EUR
  • auch wenn die Leistungen der vollstationären Pflege den Pflegebedürftigen der Pflegegrade 2 – 5 vorbehalten sind, beteiligen wir uns bei Pflegegrad 1 mit einem Zuschuss in Höhe von 125  EUR pro Monat an den anfallenden Kosten im Pflegeheim bzw. der vollstationären Pflegeeinrichtung
  • Kosten für die Unterkunft, die Verpflegung und auch für die sogenannten Investitionskosten der Einrichtung können von uns nicht übernommen werden. Diese Aufwendungen sind vom Versicherten zu tragen.
  • der Leistungsanspruch besteht grundsätzlich nur dann, wenn es sich um eine anerkannte Pflegeeinrichtung handelt. Das bedeutet, dass die betreffende vollstationäre Einrichtung von der Pflegekasse zugelassen sein muss.

Tipp: Ab dem 01.01.2022 zahlen wir bei der Versorgung in Pflegeheimen neben dem nach Pflegegrad differenzierten Leistungsbetrag einen Zuschlag zum pflegebedingten Eigenanteil. Der pflegebedingte Eigenanteil in Pflegeheimen ist der monatliche Beitrag den Sie zu den Aufwendungen für die Unterbringung und Verpflegung und den Investitionskosten im Pflegeheim zahlen. Dieser Zuschlag erhöht sich mit der Dauer der Pflege, da besonders die langjährigen Bewohner eines Pflegeheims ab 2022 finanziell entlastet werden sollen (Leistungszuschlag nach § 43c Sozialgesetzbuch XI auf Grundlage des Gesetz zur Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung). Wichtig ist in diesem Zusammenhang, dass nur dieser pflegebedingte Eigenanteil bezuschusst wird.

Leistungsbezug zur vollstationären Pflege Zuschlag zum pflegebedingten Eigenanteil
0 – 12 Monate 5%
12 – 24 Monate 25%
24 – 36 Monate 45%
mehr als 36 Monate 70%

Hinweis: Der Zuschlag zum pflegebedingten Eigenanteil wird von uns direkt an das Pflegeheim gezahlt. Die notwendigen Informationen werden von uns automatisch an das Pflegeheim übermittelt.

Für konkrete Fragen wenden Sie sich bitte telefonisch an unsere Pflegesachbearbeiterinnen und Pflegesachbearbeiter unter der Rufnummer 0261 94143 - 391. Wir beraten Sie gerne!

Sie sind der Meinung, dass Sie oder Ihr Angehöriger die Alltagssituationen ohne Hilfe nicht mehr bewältigen kann? Dann setzen Sie sich bitte umgehend mit uns in Verbindung, damit:

  • wir den Hilfebedarf und die notwendigen Unterstützungsmaßnahmen gemeinsam erörtern können        
  • wir Sie dabei unterstützen können die Pflege so zu organisieren und die Leistungen bei Bedarf so zu kombinieren, dass diese optimal zu Ihrer individuellen Situation passen
  • wir die ggf. notwendigen Leistungen gemeinsam mit Ihnen beantragen können

Tipp: In diesem Zusammenhang kann es von Vorteil sein, wenn Sie den Tagesablauf und die Unterstützungsmaßnahmen einmal über einen Zeitraum von 10 – 14 Tagen in Stichpunkten festhalten. Zum Beispiel:

  • täglich Hilfe beim Anziehen
  • täglich Hilfe bei der Medikamentenversorgung (Tabletten und Salbe auftragen)
  • Mittwoch Begleitung beim Arztbesuch

Ergänzend steht Ihnen auch die sogenannte Pflegeberatung zur Verfügung, denn alle Versicherten haben einen gesetzlichen Anspruch auf eine individuelle Pflegeberatung durch speziell ausgebildete Pflegeberaterinnen bzw. Pflegeberater. Die Pflegeberatung ist freiwillig, für Sie kostenlos und kann bei ganz konkreten Problemen rund um die Pflege helfen, wie zum Beispiel:

  • Wo bekomme ich professionelle Pflegehilfe?
  • Welche finanziellen Hilfen kann ich in Anspruch nehmen?
  • Wie sieht die optimale Pflege in meinem Fall aus?
  • Welche Entlastungen kann meine Pflegeperson in Anspruch nehmen?
  • Welche Hilfemöglichkeiten gibt es, wenn ich meinen Haushalt nicht mehr vollständig selber versorgen kann?
  • Welche Pflegebetreuungs- und Begleitdienste kann ich nutzen?

Unser Partner spectrumK steht unseren Versicherten von Montag bis Sonntag rund um die Uhr kostenfrei unter der Rufnummer 0800 7237267 beratend zur Seite. Auf Wunsch findet eine Beratung auch bei Ihnen zu Hause statt, damit die Pflegeberaterinnen und Pflegeberater ggf. auch Empfehlungen zur Verbesserung des Wohnumfeldes abgeben können. Nähere Informationen rund um das Thema Pflegeberatung finden Sie in unserer Broschüre Pflegeberatung gleich hier zum Download. Gerne senden wir Ihnen die Broschüre auch per Post zu – ein Anruf unter 0261 94143 - 391 genügt! 

Pflegestützpunkte bieten Ihnen ebenfalls die Möglichkeit, sich über die verschiedenen Hilfsmöglichkeiten zu informieren. Ob sich ein Pflegestützpunkt in Ihrer Nähe befindet, können Sie ganz einfach mit unserem BKK-PflegeFinder nachschlagen.

Den Antrag auf Pflegeleistungen stellen Sie bitte so früh wie möglich bei uns als Pflegekasse, da das Antragsdatum für den Beginn der Leistungsansprüche mitentscheidend ist. Der Pflegeantrag kann sowohl von Ihnen als Pflegebedürftiger selbst, als auch von einem Bevollmächtigten gestellt werden. Den Antrag auf Pflegleistungen finden Sie gleich hier zum Download. Gerne senden wir Ihnen den Antrag auch per Post zu – ein Anruf unter 0261 94143 - 391 genügt!

Damit wir Ihnen Pflegeleistungen zur Verfügung stellen können, muss nach der Antragstellung die Pflegebedürftigkeit offiziell festgestellt werden. Die dazu notwendige Begutachtung durch den Medizinischen Dienst wird von uns nach der Antragstellung automatisch veranlasst. 

Im Rahmen der Pflegebegutachtung wird vereinfacht ausgedrückt geklärt:

  • wie selbständig Sie ihren Alltag gestalten können?
  • welche Aktivitäten noch eigenständig durchgeführt werden können?
  • wobei und in welchem Umfang Sie Unterstützung durch andere Personen benötigen?
  • welche Hilfsmittel oder rehabilitativen Maßnahmen für Sie hilfreich sein können?

Zu diesem Zweck vereinbart der Medizinische Dienst in der Regel einen Besuchstermin mit Ihnen und verschafft sich vor Ort ein genaues Bild von Ihrem individuellen Hilfebedarf und Ihrer Wohn- und Pflegesituation. Der Hausbesuch wird von speziell ausgebildeten Pflegefachkräften oder Ärzten des Medizinischen Dienstes durchgeführt und selbstverständlich vorher angekündigt bzw. mit Ihnen und Ihren Angehörigen abgestimmt.

Die Gutachterin bzw. der Gutachter des Medizinischen Dienstes wird Ihnen im persönlichen Gespräch gezielte Fragen zu Problemen, Einschränkungen und dem Unterstützungsbedarf im Alltag stellen. Wir empfehlen Ihnen offen und ehrlich zu antworten, auch dann, wenn es sicherlich nicht einfach ist einer unbekannter Person Einblicke in das Privatleben und intime Bereiche zu gewähren.

Nachfolgende Fragen können für eine Gesprächsvorbereitung hilfreich sein:

  • wobei benötige ich Unterstützung im Alltag? Halten Sie ggf. Ihren Tagesablauf und die Unterstützungsmaßnahmen über einen Zeitraum von 10 – 14 Tagen in Stichpunkten fest.
  • welche Einschränkungen liegen konkret vor?
  • welche Medikamente werden regelmäßig eingenommen und welche Hilfsmittel kommen bereits zum Einsatz (Hörgerät, Rollator etc.)?
  • welche aktuellen ärztlichen Unterlagen (Arztbriefe, Krankenhaus-Entlassungsbriefe, Behandlungspläne, Befundberichte etc.) liegen mir bereits vor oder können ggf. kurzfristig organisiert werden?

Tipp: Bitten Sie eine Vertrauensperson und ihre Pflegeperson (ggf. Mitarbeiterin oder Mitarbeiter des betreuenden Pflegedienstes) bei dem Termin anwesend zu sein. Schildern Sie die Einschränkungen und Probleme des Alltags möglichst genau ohne diese ggf. zu beschönigen, denn daraus kann die Einordnung in einen falschen Pflegegrad entstehen.

Die Erkenntnisse aus dem Hausbesuch und die Informationen aus den vorliegenden ärztlichen Unterlagen werden im Anschluss vom Gutachter des Medizinischen Dienstes zusammengeführt, nach bundesweit einheitlichen Kriterien bewertet und im sogenannten Pflegegutachten einem Pflegegrad zugeordnet.

Hinweis / COVID-19-Pandemie: Zum Schutz des Pflegebedürftigen und zum Schutz der Gutachter vor einer Ansteckung kann abhängig vom jeweils aktuellen Infektionsgeschehen der COVID-19-Pandemie die übliche persönliche Begutachtung zeitweise entfallen. Die Begutachtung wird dann in der Regel unter Berücksichtigung vorhandener ärztlicher Unterlagen und den Angaben im Pflegeantrag vorgenommen. Zusätzlich wird sich der Gutachter mit dem Pflegebedürftigen und/oder Angehörigen telefonisch in Verbindung setzten um ergänzende Auskünfte einzuholen

Die Empfehlungen des Medizinischen Dienstes zum Rehabilitationsbedarf, zur geplanten Versorgung mit Hilfsmitteln und zum Pflegegrad werden von uns unmittelbar nach dem Eingang des ausführlichen Pflegegutachtens ausgewertet und umgesetzt. Den schriftlichen Leistungsbescheid senden wir Ihnen zusammen mit einer Kopie des Pflegegutachtens zu.

Hinweis: Die Bearbeitungszeit zwischen Ihrer Antragstellung und unserer Leistungsentscheidung geht selbstverständlich nicht zu Ihren Lasten. Für den Fall der Anerkennung von Pflegebedürftigkeit leisten wir rückwirkend ab dem Anspruchsbeginn.

Pflegebedürftigkeit kann jederzeit und unabhängig vom Alter eintreten. Nicht nur für den Betroffenen, sondern auch für die Angehörigen bringt die veränderte Situation eine Vielzahl von Fragen und Herausforderungen mit.

Die Pflege zu organisieren bedeutet sich mit der individuellen Situation auseinanderzusetzen, wichtige Entscheidungen zu treffen und die passenden Leistungen der Pflegeversicherung zu beantragen. Gerne stehen wir Ihnen bei Bedarf unterstützend zur Seite.

Tipp: Stellen Sie zu Beginn den aktuellen Unterstützungsbedarf fest und richten Sie einen Blick in die nähere Zukunft. Folgende Fragen können dabei hilfreich sein:

  • Wie organisieren wir die Haushaltführung (Essen zubereiten, Wäsche waschen, putzen, einkaufen etc.)?
  • Ist die ärztliche Versorgung vor Ort sichergestellt? Wie sieht es mit qualifizierten Fachärzten oder einem Therapieangebot (Physiotherapie, Ergotherapie etc.) in der näheren Umgebung aus?
  • Wer aus der Familie, dem Bekanntenkreis oder der Nachbarschaft kann bei der Pflege unterstützen? Ist die Hinzuziehung eines Pflegedienstes hilfreich oder erscheint eine 24-Stundenbetreuung notwendig?
  • Ist die Wohnung / das Eigenheim für eine Betreuung im häuslichen Bereich geeignet oder sind evtl. Anpassungen notwendig (Anbringung von Haltegriffen, Sturzprophylaxe an Treppen, barrierefreier Duschzugang etc.)?
  • Welche Hilfsmittel können die Pflege unterstützen und die Pflegekraft entlasten (Pflegebett, Duschhocker, Installation eines Hausnotrufsystems etc.)?

Ob Sie die Pflege zum Beispiel mit Ihren Familienangehörigen organisieren oder eine Pflegedienst hinzuziehen, hängt von Ihrer persönlichen Situation und Ihren Vorlieben ab. Für fast alle Herausforderungen stehen Ihnen passende Leistungsangebote der Pflegeversicherung zur Verfügung die es individuell und bestmöglich zu kombinieren gilt.

Unsere Pflegesachbearbeiterinnen und Pflegesachberater stehen Ihnen bei Fragen unter der Rufnummer 0261 94143 - 391 telefonisch zur Verfügung. Wir beraten Sie gerne.

Nutzen Sie gerne auch das ergänzende Angebot einer Pflegeberatung. Unser Partner spectrumK steht unseren Versicherten von Montag bis Sonntag rund um die Uhr kostenfrei unter der Rufnummer 0800 7237267 beratend zur Seite. Auf Wunsch findet eine Beratung auch bei Ihnen zu Hause statt, damit die Pflegeberaterinnen und Pflegeberater ggf. auch Empfehlungen zur Verbesserung des Wohnumfeldes abgeben können. Nähere Informationen rund um das Thema Pflegeberatung finden Sie in unserer Broschüre Pflegeberatung gleich hier zum Download. Gerne senden wir Ihnen die Broschüre auch per Post zu – ein Anruf unter 0261 94143 - 391 genügt!  

Einen Überblick und kurze Informationen zu den gängigen Leistungen der Pflegeversicherung finden Sie auch auf unserer Homepage – klicken Sie sich einfach durch!

Hinweis: Die Pflege eines nahen Angehörigen zu organisieren, zu leisten oder zu unterstützen kann gerade in der Anfangszeit sehr zeitintensiv sein. Nähere Informationen zu einer kurzfristigen Arbeitsfreistellung bzw. einer längerfristigen Pflegezeit / Freistellung vom Beruf finden Sie auf der Seite Auszeit / Freistellung vom Beruf als Pflegeperson.

Einen Antrag auf Höherstufung können Sie ganz einfach hier downloaden oder telefonisch unter der Rufnummer 0261 94143 - 391 anfordern, wenn sich der gesundheitliche Zustand verschlechtert und der Pflegebedarf steigt.

Hinweis: Ob und wie sich der erhöhte Pflegebedarf auf die Zuordnung zu dem jeweiligen Pflegegrad auswirkt überprüft der Medizinische Dienst im Rahmen eines ergänzenden Begutachtungsverfahren.

Als Angehörige können Sie sich bis zu 10 Arbeitstage von der Arbeit freistellen lassen um eine bedarfsgerechte Pflege zu organisieren oder eine erste pflegerische Versorgung sicherzustellen. Informieren Sie dazu einfach Ihren Arbeitgeber über den Grund und die voraussichtliche Dauer Ihrer Verhinderung, denn dieser Freistellungsanspruch kann bei allen Arbeitgebern geltend gemacht werden und ist nicht von der Größe Ihres Arbeitgebers abhängig. Da die Feststellung eines Pflegegrades einige Zeit in Anspruch nimmt ist es ausreichend, wenn der Eintritt von Pflegebedürftigkeit objektiv erkennbar ist.

COVID-19-Pandemie: Aufgrund des aktuellen Infektionsgeschehens der COVID-19-Pandemie erhöht sich der Freistellungsanspruch bis vorerst zum 30.06.2022 auf bis zu 20 Arbeitstage.

Tipp: Für die Zeit der Freistellung können Sie die Zahlung des Pflegeunterstützungsgeldes als Lohnersatzleistung bei uns beantragen.

Beschäftigte, die in häuslicher Umgebung einen nahen Angehörigen pflegen, können sich mit der Pflegzeit bis zu 6 Monate teilweise oder vollständig von der Arbeit freistellen lassen. Der Anspruch gilt für alle Pflegegrade.

Hinweis: Ein Rechtsanspruch auf Pflegezeit besteht nur gegenüber Arbeitgebern ab 16 Beschäftigten.

Tipp: Den Ausfall des Arbeitsentgelts können Sie durch die Beantragung eines zinslosen Darlehens beim Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (BAFzA) teilweise ausgleichen. Die Auszahlung während der Freistellung sowie die Rückzahlung nach der erfolgten Freistellung sind in monatlichen Raten vorgesehen. Formulare, Merkblätter sowie nähere Informationen rund um ein mögliches Darlehen finden Sie direkt auf der Homepage des BAFzA

Beschäftigte, die in häuslicher Umgebung einen nahen Angehörigen pflegen, können mit der Familienzeit ihre Arbeitszeit über einen Zeitraum von bis zu 24 Monaten verringern. Da bei der Familienzeit nur eine teilweise Freistellung von der Arbeitsleistung vorgesehen ist, muss eine Mindestarbeitszeit von 15 Wochenstunden im Jahresdurchschnitt verbleiben. Der Anspruch gilt für alle Pflegegrade.

Hinweis: Ein Rechtsanspruch auf Pflegezeit besteht nur gegenüber Arbeitgebern ab 26 Beschäftigten.

Als nicht erwerbsmäßig tätige Pflegeperson besteht für Sie unter bestimmten Voraussetzungen eine soziale Absicherung in der Renten- und Arbeitslosenversicherung.

Grundvoraussetzung für eine soziale Absicherung als Pflegeperson in der Renten- und Arbeitslosenversicherung ist, dass Sie eine pflegebedürftige Person ab dem Pflegegrad 2 an mindestens 10 Stunden wöchentlich, verteilt auf mindestens 2 Tage pro Woche im häuslichen Bereich pflegen.

Die Absicherung in der Rentenversicherung ist ausgeschlossen, wenn Sie regelmäßig noch mehr als 30 Stunden wöchentlich beschäftigt oder selbständig tätig sind.

Für alle Pflegepersonen, die eine pflegebedürftige Person ab dem Pflegegrad 1 in häuslicher Umgebung nicht erwerbsmäßig pflegen, besteht Versicherungsschutz in der gesetzlichen Unfallversicherung.

Hinweis: Als nicht erwerbsmäßig tätige Pflegeperson gelten Sie auch dann, wenn das Pflegegeld vom Pflegebedürftigen an Sie als Pflegeperson ganz oder teilweise weitergereicht wird. Zu den erwerbsmäßig tätigen Pflegepersonen zählen zum Beispiel die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eines Pflegedienstes.

Ihre Fragen rund um das Thema „Soziale Absicherung der Pflegeperson(en)“ beantworten wir gerne individuell im persönlichen Gespräch:

  • Wann bin ich als Pflegeperson in der gesetzlichen Renten-, Arbeitslosen- oder Unfallversicherung versichert und wer zahlt die Beiträge?
  • In welcher Höhe werden für mich als Pflegeperson Beiträge zur Renten- und Arbeitslosenversicherung abgeführt?
  • Was ist im Falle eines Unfalls zu beachten? Wie und wo melde ich ein Unfallereignis?

Unsere Pflegesachbearbeiterinnen und Pflegesachbearbeiter erreichen Sie unter der Rufnummer 0261 94143 - 391.

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